Aus Painpoint wird Produkt

Entwicklung einer SaaS-Lösung zur Reisekostenabrechnung

Um den wachsenden Overhead-Kosten bei INNOQ zu begegnen, die jeden Monat für die Reisekostenabrechnung anfallen, bauen vier INNOQ-Mitarbeiter kurzerhand selbst eine SaaS-Lösung und legen den Grundstein für den Reisekosten-Gorilla.

INNOQ-Expertise auf einen Blick

  • Agile Entwicklung einer SaaS-Lösung
  • Entwicklung eines intuitiven UX-Konzepts
  • Konzeption und Validierung komplexer Features in Design Sprints
  • Produktmanagement und -ownership
  • Vermarktung
  • Eigenständiger Betrieb

Reisekosten: Painpoint oder Opportunity?

Erwähnt man das Thema Reisekostenabrechnung, verdreht das Gegenüber nicht selten genervt die Augen. Auch bei INNOQ war das lange Zeit so. Obwohl dauerhafte Anwesenheit vor Ort beim Kunden eher die Ausnahme ist, fallen doch immer wieder einige Reisen an. Im Schnitt wurden daher von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deshalb jeden Monat bis zu zwei Stunden mit dem Einreichen von Belegen, Fahrtkosten und Verpflegungspauschalen verbracht. Hinzu kam eine Teilzeit-Stelle für die Abrechnung im Backoffice.

Das führte dazu, dass vier engagierte INNOQ-Entwickler sich nicht mehr mit dem nervenaufreibenden Status Quo abfinden wollten. In Ermangelung geeigneter Tools am Markt bauten sie schlichtweg eine eigene Reisekosten-Lösung.

Vom MVP zur Marktreife

Klar war, dass einige Voraussetzungen erfüllt sein sollten:

  • Web-basiert mit Datenspeicherung in der Cloud
  • Intuitive UX und maximale Einfachheit für Reisende
  • Erleichterung für das Backoffice, z.B. durch unkomplizierten Datenimport/-export
  • Mobile-First-Entwicklung: Universelle Nutzung auf jedem Gerät ohne native Apps

Ein erstes MVP (Minimum Viable Product) kam zunächst intern bei INNOQ zum Einsatz. Basierend auf dem Feedback und der konstanten Nutzung von mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen wurde es über ein Jahr hinweg konstant weiterentwickelt. Im Herbst 2017 schließlich fiel die Entscheidung, den Reisekosten-Gorilla auch anderen Firmen zugänglich zu machen. Das Produkt wurde offiziell gelauncht und fährt schnell die ersten Umsätze zahlender Kunden ein. Eine zuvor durchgeführte Marktanalyse zeigte zudem, dass ein Abo-Modell getreu dem SaaS-Ansatz (Software as a Service) für viele potenzielle Kunden am attraktivsten ist.

Über die Entwicklung hinaus

Für den Launch des Reisekosten-Gorillas mussten viele Dinge zusammenkommen. Neben der eigentlichen Entwicklung war vor allem gutes Produktmanagement ein Muss.

Gerade für Startups ist es essenziell, den Feature-Backlog rigoros zu priorisieren. Zeit ist eine knappe Ressource. Wir entwickeln nur Features, die einer besseren Usability zugute kommen oder zusätzliches Umsatzpotential aufweisen.

Robert GlaserGründer

Auch zeigte sich erneut: die berühmten 80% (in diesem Fall: Entwicklung und Test eines MVP) gehen in der Produktentwicklung oft deutlich zügiger und entspannter von der Hand. Der Teufel steckt in den letzten 20% – Produktfacetten wie Payment und Betrieb kosten deutlich Aufwand und sollten frühzeitig bedacht werden.

Ebenso mussten strategische Entscheidungen getroffen werden. So wurde etwa basierend auf einer Wettbewerbsanalyse ein geeignetes Preismodell definiert. Doch auch die beste Lösung verkauft sich nicht von selbst. Ein erstes Marketing-Konzept wurde entworfen, Anzeigen bei Google und Twitter geschaltet, Telefonakquise betrieben.

Der Reisekosten-Gorilla ist noch im Bootstrapping-Modus und kann sich keine großen Marketingbudgets leisten. Somit müssen wir erfinderisch sein. Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind für uns strategische Partnerschaften.

Tim Keller, Gründer

Zukunftsfähig machen

Aktuell wird der Reisekosten-Gorilla von den vier Kollegen neben ihrer Arbeit bei INNOQ weiterentwickelt und betrieben und von INNOQ vorfinanziert. Auf Dauer soll der Reisekosten-Gorilla aber auf eigenen Füßen stehen und sich selbst tragen können. Bis dahin wird noch einiges an Schweiß und Tränen in die Entwicklung fließen. Zudem gilt es, eine skalierbare Marketing-Strategie zu finden, externe Finanzierung einzusammeln und ein dediziertes Kern-Team aufzubauen.

Die Arbeit am Reisekosten-Gorilla ist sehr erfüllend. Wir genießen maximale Freiheit und Flexibilität und lernen jeden Tag viele neue Dinge dazu. Sie hat uns aber auch gezeigt, wieviel dazu gehört, ein Startup nicht nur zu gründen, sondern auch erfolgreich zu machen.

Roman Stranghöner, Gründer

Technische Highlights

  • Web-Anwendung mit Responsive Design, universell auf jedem Gerät verfügbar
  • ROCA und Progressive Enhancement im Frontend
  • Backend basierend auf Ruby on Rails und Postgres

Conclusion

Auch wenn es einige Hürden zu überwinden gab, fällt das vorläufige Fazit des Teams begeistert aus. Ein Produkt am echten Nutzerbedürfnis entlang zu aufzubauen, zu validieren und zu verbessern kann oft anstrengend sein – lohnt sich aber in jedem Fall, da die Nutzer es durch Zufriedenheit zurückzahlen, denn mittlerweile dauert die Abrechnung für Reisende und Backoffice nur noch halb so lang.

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