Wie Produktteams darauf reagieren können, beschreiben Daniel Westheide und Fabian Walther mit dem Agentic Trio. Auf der neuen Website agentictrio.org zeigen sie in 12 Thesen, wie sich Rollen und Verantwortung verändern und wofür sich die gewonnene Kapazität lohnt. Das Ziel ist besseres Outcome für Nutzer:innen und Organisationen, nicht mehr generierter Code.
Vom Product Trio zum Agentic Trio
Das Product Trio nach Teresa Torres bringt Produktmanagement, UX und Engineering in der Discovery zusammen. Eine kleine Einheit klärt gemeinsam, welche Probleme Nutzer:innen wirklich haben und welche Lösungen sich lohnen. Jede Rolle bringt dabei ihre eigene Perspektive ein. Die Delivery übernimmt bislang der Rest des Produktteams. Weil Coding-Agenten große Teile der Implementierung übernehmen, verantworten im Agentic Trio dieselben drei Rollen Discovery und Delivery gemeinsam. Reine Lieferanten gibt es nicht mehr.
Warum mehr Output nicht reicht
Naheliegend wäre, die frei gewordene Kapazität in mehr Output zu stecken. Welche Folgen das haben kann, zeigt der AI Engineering Report 2026 von Faros AI. Er vergleicht in über 4.000 Teams Phasen mit wenig und mit viel KI-Nutzung. Bei hoher Nutzung steigen die Epics pro Entwickler:in um 66 %, die Median-Zeit im Review um 441 % und die Bugs pro Entwickler:in um 54 %. Das Agentic Trio setzt die Kapazität deshalb für bessere Discovery ein. Wer vor dem Bauen klärt, ob ein Problem real ist, baut weniger Unnötiges und entlastet Review und Pipeline.
Jede Stunde, die wir in Discovery statt in mehr Output investieren, zahlt dreifach zurück: Der Review-Engpass bei den Senior Engineers wird entlastet, das stabilisiert gleichzeitig das System, und Code, der gar nicht erst entsteht, muss auch nie gewartet werden.
Daniel WestheideSenior Consultant bei INNOQ
Für wen ist das relevant?
- Product Manager:innen und UX-Designer:innen, die mit Coding-Agenten selbst Lösungen umsetzen und dafür einschätzen müssen, was generierter Code leisten kann.
- Entwickler:innen, für die Discovery zur Pflicht wird und Harness-Kompetenz zur Schlüsselqualifikation.
- Führungskräfte und Verantwortliche für Teamorganisation, die entscheiden, wie Teams geschnitten werden, wohin frei gewordene Kapazität fließt und wie Juniors lernen.
Mehr auf agentictrio.org
Jede der 12 Thesen hat auf agentictrio.org eine eigene Seite mit ausführlicher Begründung. Die Website gibt es auf Deutsch und Englisch, ein Glossar erklärt die zentralen Begriffe. Das Design stammt von Sebastian Eberstaller. Wer tiefer einsteigen will, findet im INNOQ-Blog den ausführlichen Artikel „Das Agentic Trio“ von Daniel Westheide.
Fragen und Erfahrungen aus eigenen Teams sind ausdrücklich willkommen, am besten direkt an [email protected].
