Case Study

Start-up-Spirit pur

Aufbau der E-Bike-Sharing-Plattform „smide“

Inzwischen nutzen über 20.000 Kunden die Schweizer E-Bike-Sharing-Plattform smide – Tendenz steigend. Doch der Weg dorthin, den INNOQ von Anfang an begleiten durfte, war nicht immer einfach. Der Schlüssel zum Erfolg: fortschrittliche Technologien, agiles Vorgehen und das Zusammendenken von IoT-Technologie und Geschäftsmodell.

smide ist eine echte Erfolgsgeschichte. Und wie bei so vielen Erfolgsgeschichten kam der Erfolg eher unerwartet und die Reise verlief über viele Kurven. Denn selten nimmt die Wirklichkeit Rücksicht auf grosse Pläne – das ist auch der Grund, warum sich agile Ansätze am Ende auszahlen, und das nicht nur in der Entwicklung von komplexen Kommunikationssystemen.

Startschuss mit Pilotprojekt

Alles begann mit einem Innovationsprojekt der Schweizerischen Mobiliar Versicherungen AG: Man wollte mittels E-Bike-Sharing mit den eigenen Kunden in Kontakt kommen – jenseits von Schadensmeldungen oder der Unterzeichnung von Verträgen. INNOQ war von Anfang an mit dabei: als Berater und Coaches sowie bei der Planung und Umsetzung der IoT-Plattform.

Schon bald zeigte sich das Potenzial der Idee. Aus dem Pilotprojekt heraus entstand ein eigenes Unternehmen: smide war geboren. Das E-Bike-Verleihsystem sollte zunächst in Zürich Pendlern und Freizeitreisenden eine schnelle und umweltfreundliche Lösung bieten.

Nun ging es daran, das Geschäftsmodell tragfähig zu machen. Dabei haben wir die Rolle als Sparring-Partner übernommen: Wie lässt sich Geld verdienen? Wie steigern wir den Automationsgrad? Welche technologischen Lösungen kommen in Frage?

Technologie und Business greifen ineinander

Bei einem IoT-getriebenen Unternehmen wie einer E-Bike-Sharing-Plattform spielt natürlich die technische Konzeption der Plattform eine massgebende Rolle. Der Erfolg von smide hing aber ganz wesentlich vom Zusammenspiel von Technologie und Geschäftsmodell ab. Zum Beispiel:

  • Strenge Budgetrestriktionen: Das heisst, die Entwicklung der Plattform muss „mit Köpfchen“ vonstatten gehen: Nicht zu viel, nicht zu gross, schnell test- und einsetzbar und dennoch nachhaltig.
  • Zukünftige geschäftliche Entwicklungen: Das System muss sich unvorhergesehenen Ideen anpassen können und somit erweiterbar bleiben.
  • Flexibilität: Wir haben zum Beispiel die Microservices nicht nach technischen, sondern fachlichen Kriterien organisiert. Das System basiert auf dem IoT-Protokoll MQTT, das äusserst anpassungsfähig ist.
  • Stichwort Big Data: Für die Entwicklung des Geschäftsmodells war es entscheidend, Zugriff auf die komplette Historie der E-Bike-Nutzungs- und Telemetriedaten zu haben. Deshalb haben wir auf Apache Kafka gesetzt. So lassen sich Muster erkennen und daraus neue Ideen zur Monetarisierung, zur Einbindung der Nutzer und zur Automation generieren.
  • Technische Lösung im Gesamtkontext: Es macht zum Beispiel keinen Sinn, eine sehr aufwändige und teure Lösung für eine Aufgabe zu entwickeln, die sich viel kostengünstiger organisatorisch lösen lässt. Um die effizienteste Lösung zu finden, müssen Organisation, Business und IT zusammengedacht werden.
  • Einbindung der Kunden: etwa durch die Schaffung von Anreizsystemen, damit diese die E-Bikes aufladen oder an bestimmten Orten abstellen.

Daraus lässt sich viel lernen – und nicht nur für Start-ups. Digitalisierung betrifft nämlich nicht nur Geschäftsprozesse, sondern eben auch das eigentliche Geschäftsmodell! Nur wenn alles intelligent zusammengeführt wird, kann ein profitables Business entstehen.

Technologien

Start-up-Spirit gegen Rückschläge

War die Entwicklung von smide immer reibungslos? Natürlich nicht. Bei einem solch komplexen Projekt gibt es immer auch Rückschläge. Aber das ganze Team war so motiviert, dass sich auch diese meistern liessen. Der Start-up-Spirit ist eben ansteckend.

Zum Beispiel ist es für den Kunden ärgerlich, wenn – aus welchen Gründen auch immer – sich ein E-Bike nicht per Handy aufschliessen lässt oder die Buchung nicht klappt. Besonders, wenn dies am Wochenende mitten in der Nacht passiert! Es kam durchaus vor, dass sich jemand von uns weit ausserhalb der Arbeitszeiten auf Fehlersuche machen musste, um dem Kunden zu helfen. Natürlich wurde durch diese Härtetests in der Praxis das System auch immer robuster.

Was wir für Start-Ups tun können

Eines ist auch klar: Gute Ideen sind das eine, daraus ein profitables Geschäft zu machen ist aber die wahre Herausforderung. Was machen die Kunden eigentlich mit den E-Bikes? Wie können wir diese spezifischen Bedürfnisse noch besser bedienen? Welche neuen Kundengruppen gibt es und welche attraktiven Angebote und Funktionen sollten wir anbieten? Aus solchen Fragen entstanden Ideen wie die gezielte Ansprache von Kunden, die mit dem E-Bike einkaufen fahren oder die Öffnung der Plattform für Business-Kunden.

Wie anspruchsvoll es ist, gute Ideen zum Laufen zu bringen, hat sich beispielsweise beim Thema Anreizsysteme gezeigt: Hier wurde mit einer Fachhochschule zusammengearbeitet, die statistische Modelle entwickelt hat zur Beantwortung der Frage: Wie viele Bonusminuten muss ich den Nutzern bieten, damit sie beispielsweise das E-Bike etwas weiter weg abstellen oder an eine Ladestation anschliessen? Nur durch solche Anreizsysteme ließen sich die Overheadkosten so reduzieren, dass das Geschäftsmodell aufgeht.

Inzwischen ist smide neben Zürich auch in Bern am Start und somit weiter auf Wachstumskurs. Wir sind weiterhin mit dabei – und freuen uns darüber, Teil dieses innovativen und zukunftsträchtigen Projekts zu sein.

3 Fragen an Christian Stettler, Senior Consultant/Architekt, INNOQ Schweiz

Mit INNOQ Schweiz haben wir einen innovativen Partner gefunden, der uns mit seiner kompetenten Beratung und professionellen Umsetzung eine wichtige Stütze unseres Geschäfts ist. Die Mitarbeiter zeichnen sich durch hohe Flexibilität und Agilität aus. Gepaart mit fundiertem Fachwissen ist es ihnen möglich, auch in hektischen Situationen pragmatische und zielführende Lösungen zu finden.

Nick MüllerCo-Founder & Partner, smide

Sprechen Sie mit uns!

Sie sind an der Umsetzung einer Geschäftsidee oder planen eine IoT-Plattform? Dann freuen wir uns auf den Austausch mit Ihnen!

Christian Koller oder André Baumgartner, Tel. +41 58 521 50 21

TAGS