Programmieren macht Spaß!

Wie Rails Girls, Devoxx4Kids und andere Initiativen mit Vorurteilen aufräumen und Neulinge zum Coden bringen

Mittlerweile gibt es zahlreiche Initiativen, deren Ziel es ist, neue Technologien und insbesondere Softwareprogrammierung genau den Menschen nahe zu bringen, die sonst nicht damit in Berührung kommen würden. Einige davon, die von innoQ personell und finanziell unterstützt werden, stellt dieser Artikel vor.

Begriffe wie »Nerd« und »Geek« sind mittlerweile durchaus auch positiv besetzt und besitzen sogar einen gewissen Coolness-Faktor. Denn die IT-Branche hat viel zu bieten – abwechslungsreiche Aufgaben, die es dem Einzelnen ermöglichen, sich zu entwickeln und eine Leidenschaft zu entdecken, die über den Berufsalltag hinausgehen kann. So beschäftigen sich viele innoQ-Mitarbeiter auch in ihrer Freizeit mit Programmierung, zum Beispiel im Bereich Heimautomatisierung und Internet of Things, bei der Entwicklung eines Systems zur Zeitmessung bei Ruderwettkämpfen oder mit ehrenamtlicher Arbeit für die Apache Software Foundation.

Der Wunsch, diese Begeisterung für neue Technologien und das dazugehörige Know-how weiterzugeben, sind der Grund, warum innoQ zahlreiche Initiativen personell und finanziell unterstützt. Diese organisieren Veranstaltungen, die in der Regel kostenfrei angeboten werden, damit die Hürden für die Teilnahme gering sind. Alle haben das gleiche Ziel: Schnelle Erfolgserlebnisse dank geeigneter Technologien zu ermöglichen und die Kreativität beim Programmieren in den Vordergrund zu stellen. Hier stellen wir einige dieser Initiativen vor:

Girls’Day

Der Girls’Day ist eine deutschlandweite Initiative des Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V., die Mädchen ab der 5. Klasse die Möglichkeit gibt, einen Tag in klassische Männerberufe hinein zu schnuppern.

Das Ziel des Girls’Day bei innoQ im März 2014 war, einen möglichst guten Einblick in einen typischen Arbeitstag bei uns zu geben und gleichzeitig den Teilnehmerinnen den Spaß an unserer Arbeit zu vermitteln. So gab es während des Girls’Day in unserem Monheimer Büro, wie bei uns üblich, ein gemeinsames Mittagessen, und die Mädchen spielten genauso begeistert Tischtennis und Kicker wie unsere Kollegen.

Natürlich standen aber Technik und Kreativität im Vordergrund: zu Beginn des Tages bauten die Teilnehmerinnen einen Minicomputer (ein Raspberry Pi) selbst zusammen. Danach lernten sie, wie sie selbst das Aussehen einer Web-Anwendung an ihre eigenen Vorstellungen anpassen können. Auch aktuelle gesellschaftliche Themen wie Überwachung im Internet wurden diskutiert, und die Mädchen lernten, was ein Browser alles über seine Nutzerin verrät. Wer mehr über die Inhalte des Tages wissen will, findet hier einen ausführlicheren Bericht. Außerdem kann man sich das Booklet herunterladen, das alle Teilnehmerinnen bekommen haben.

Devoxx4kids

Die Initiative Devoxx4Kids hat zum Ziel, Kindern zwischen 10 und 14 Jahren den kreativen Umgang mit Robotern, Elektronik und Programmieren nahezubringen. Bei einem Workshop in Köln im Juni diesen Jahres wurden drei verschiedene Themen angeboten: Spiele mit Scratch (einer vom MIT entwickelten Software für graphische Programmierung) entwickeln, mit Hilfe von Lego Mindstorm einen Ausflug in die Robotik zu machen oder mit Arduino einen in die Elektronik. In den zwei Stunden des Scratch-Workshops entstanden kleine Computerspiele, wie zum Beispiel eine Unterwasserschatzsuche. Weiterhin lernten die TeilnehmerInnen, wie sie mit Hilfe des Arduino und eines Sensors die Helligkeit der Umgebung messen können, um davon abhängig eine LED an- und auszuschalten.

Rails Girls

Rails Girls ist eine Initiative, die ursprünglich 2010 in Finnland gestartet wurde und inzwischen weltweit Workshops anbietet. In Deutschland fand der erste Workshop in Berlin im Mai 2012 statt. 2013 veranstaltete innoQ den Rails Girls Rheinland Workshop in unseren Räumen in Monheim.

Rails Girls Workshops bieten Frauen allen Alters die Möglichkeit, einen Tag lang erste Erfahrungen mit der Webentwicklung zu sammeln. An diesem Tag werden einige kurze fachliche Vorträge angeboten. Aber vor allem steht der praktische Teil im Fokus, bei dem die Teilnehmerinnen in kleinen Gruppen aktiv werden – von professionellen Entwicklern als »Coaches« betreut – und selbst eine erste Webanwendung schreiben.

Bemerkenswert ist, wie diese Initiative es schafft, nachhaltig Begeisterung für das Programmieren zu wecken und sogar die Karriere der einen oder anderen Teilnehmerin zu beeinflussen. Bei innoQ gibt es eine hauseigene Erfolgsstory. Während ihres Studiums zur Kommunikationsdesignerin fühlte sich Ramona Klein nicht unbedingt von der IT-Branche angezogen. Dennoch nahm sie am Rails Girls Workshop in Monheim teil. Dieser weckte ihre Begeisterung für die Arbeit in der IT, so dass sie im Anschluss ein Praktikum bei uns absolvierte. Seit September diesen Jahres ist sie nun als Designerin fest bei innoQ beschäftigt. »Dass diese Branche viel Potenzial bietet um kreativ tätig zu sein, war mir bereits vorher bewusst, jedoch begegnete ich den Technologien immer mit einem gewissen Abstand und gehörigem Respekt. Der Rails Girls-Workshop konnte diese Distanz verringern. Viel entscheidender für mich war es allerdings, die besondere Offenheit der Rails Community zu erfahren. Diese reicht weit über die Grenzen von innoQ hinaus. Doch gilt hier im Unternehmen ganz besonders: Wir wollen Neues lernen und dieses Wissen vor allem auch mit anderen teilen!«, sagt Ramona.

Rails Girls Summer of Code

In vielen Städten enstanden aus den Rails Girls Workshops regelmäßige Treffen, in denen beim Einführungsworkshop begonnene Projekte weitergeführt werden können. Zudem entstand aus der Idee der Wochenend-Workshops das Projekt Rails Girls Summer of Code. Dieses Projekt, das alleine von ehrenamtlichen Helfern umgesetzt wird, vergibt mit Hilfe von Sponsoren (wie unter anderem innoQ) Stipendien an Frauen, die mit Programmierung in Ruby und Rails starten und ihr Know-how mit einem dreimonatigen, bezahlten Praktikum vertiefen wollen. In diesen drei Monaten arbeiten die Teilnehmerinnen gemeinsam mit ihren Coaches an Open Source-Projekten. So haben sie die Möglichkeit, auszuprobieren, ob eine Tätigkeit in diesem Bereich für sie das Richtige ist. Außerdem können sie ihre Fähigkeiten ausbauen, um den Einstieg in einen Job als Entwicklerin zu erleichtern.

Die Liebe zum Programmieren

All diese Veranstaltungen sind nicht nur für die Teilnehmenden eine Bereicherung, sondern auch für die Coaches selbst, die den eigenen Enthusiasmus für diese Themen gerne weitergeben. innoQ-Coach Andreas Krüger war nach dem Rails Girls Workshop in Monheim selbst fasziniert davon, was in den anderthalb Tagen erreicht wurde: »Vorher waren die Teilnehmerinnen nur Internet-Nutzerinnen. Hier haben sie sich die Grundlagen erarbeitet, einfache Webanwendungen selbst zu schreiben. Und dabei hatten alle einen Riesenspaß – nicht zuletzt wir Coaches!«

innoQ unterstützt alle diese Initiativen, weil wir „stark daran glauben, dass Karrieren in der IT mit Neugier und Liebe zum Programmieren beginnen. Damit tragen wir hoffentlich einen Teil dazu bei, dass die Teilnehmerinnen ihre Leidenschaft für Software entdecken können - so wie es bei uns früher auch angefangen hat.« so innoQ CTO Phillip Ghadir.

TAGS

Kommentare

Um die Kommentare zu sehen, bitte unserer Cookie Vereinbarung zustimmen. Mehr lesen