Remote Work

Vertrauen als Fundament für moderne Arbeit

In der letzten Woche haben wir INNOQ auf 100% Remote-Arbeit umgeschaltet. Anlass für diesen radikalen (oder radikal wirkenden) Schritt war die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, die es einzudämmen gilt. Konkret heißt das: alle unsere Consultants arbeiten vorerst ausschließlich im Homeoffice.

Unseren Kunden und Partnern haben wir dazu folgende E-Mail geschickt:

Liebe Kundin, lieber Kunde,

Sie kennen uns: wir sind keine Freunde von starren Regeln, die Menschen in ihrer Arbeitsweise unnötig bevormunden. Aufgrund der aktuellen Entwicklung und den Expertenempfehlungen zur Pandemieprävention haben wir folgende Maßnahmen beschlossen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kunden und Partner, deren Umfeld und letztendlich uns alle bestmöglich zu schützen:

  • Unsere Consultants bleiben weiterhin für Sie im Einsatz, arbeiten aber bis auf weiteres exklusiv remote
  • Alle Termine, die sonst in Ihren Räumlichkeiten oder in INNOQ-Büros stattgefunden hätten, werden remote durchgeführt

Wir empfehlen allen unseren Kunden und Partnern schon seit langem den Remote-Einsatz unserer Consultants, wann immer es für den Projektkontext Sinn ergibt. Wir haben das nie dogmatisch verfolgt und gestalten unsere Arbeit in Abstimmung mit Ihnen so, dass das Ergebnis für Projekt und Team gleichzeitig effizient und effektiv ist.

Unsere Consultants haben Erfahrung mit den vielen Formen der Remote-Arbeit und unterstützen Sie und Ihr Team gerne bei einer pragmatischen Lösungsfindung, sollte nicht die passende Infrastruktur zur Verfügung stehen.

Wir hoffen, damit unseren Beitrag leisten zu können, um die Ausbreitung der Pandemie von SARS-CoV-2 zu verlangsamen. Wir beobachten die weitere Entwicklung aufmerksam und bewerten jede Woche neu, wie wir mit der Situation umgehen wollen. Wenn sich an den o. g. Maßnahmen etwas ändert, erfahren Sie es sofort von uns.

Eine solche Umstellung von einem auf den anderen Tag fällt uns verhältnismäßig leicht, da wir diesen Arbeitsmodus schon seit 20 Jahren praktizieren. Wir sind uns bewusst, dass wir als IT-Beratung privilegierter sind als manch andere Unternehmen, dauerhaft so arbeiten zu können. Doch auch für uns hat die aktuelle Situation Effekte, für die wir keine Standardprozesse und Patentrezepte haben. Dadurch, dass nun immer mehr Städte und Regionen einen „Lockdown“ vornehmen, entstehen Engpässe in der Kinderbetreuung. Wir versuchen das auch hier durch maximales Vertrauen in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu lösen:

Eltern, die ihre Kinder zuhause versorgen/beschäftigen müssen, arbeiten nur so viel, wie es ihnen eben möglich ist – im Einzelfall vielleicht auch mal gar nicht – und brauchen dafür selbstverständlich keinen Urlaub zu nehmen. 1/2

Bei allem Unglück, das die Corona-Pandemie mit sich bringt, birgt sie doch auch Chancen: Spontan schicken nun viele Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Homeoffice. Wie eine aktuelle Umfrage vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zeigt, ist auch die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu bereit. 45,7% sehen ihren Arbeitgeber allerdings noch nicht in der Lage, das technisch umzusetzen. In sehr kurzer Zeit wird nun klar werden, woran es hapert – wann immer schwierige Situationen auftreten, besteht die Chance, Probleme sofort und unbürokratisch anzugehen. Technische Infrastruktur ist das eine: potente Notebooks, Firmentelefone, von „außen“ erreichbare E-Mail-, Chat- und Videokonferenzsysteme sind essentiell und damit die Grundvoraussetzung. Wichtiger ist aber ein Umdenken im großen Stil: Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss fundamental im Unternehmen verankert werden. Sonst besteht die Gefahr, dass je nach Größe des Unternehmens weiter an Kontrollmechanismen festgehalten oder – schlimmer noch – neue geschaffen werden. Kontrolle benötigt Infrastruktur. Diese Infrastruktur wirkt oft nicht produktiv, sondern destruktiv. Destruktive Infrastruktur muss „zurückgebaut“ werden.

Es gibt viele Tätigkeiten und Rollen, für die es sich anbietet, nun die Remote-Arbeit als „Default“ zu etablieren. Unternehmen müssen ihre Büros, Meetingräume und Technik als Angebot aufstellen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Menschen ihre Arbeitsweise ohnehin situativ den Anforderungen und Zielen anpassen. Das Unternehmen sollte sie dabei mit Angeboten unterstützen und aus der Nutzung dieser Angebote lernen.

Meine Kollegen Simon Harrer und Jochen Christ geben in ihrem aktuellen Artikel „Erfolgreich im Homeoffice arbeiten“ viele praktische Tipps für Menschen, die nun in die Remote-Arbeit wechseln. Aber auch für alte Hasen, die das schon jahrelang praktizieren, sind mit Sicherheit ein paar Tricks dabei. Einige Kolleginnen und Kollegen berichten außerdem gerade auf Twitter unter dem Hashtag #SwitchToRemote von ihren Erfahrungen. Schon etwas älter, aber keineswegs veraltet ist unsere Podcast-Folge zum Thema „Remote Work“ mit meinem Kollegen Daniel Westheide. Ein Team entwickelt außerdem mit dem neuartigen Ansatz „Remote Mob Programming“ erfolgreich für unseren Kunden Breuninger Software.

Unsere kommenden Schulungstermine haben wir zunächst einmal abgesagt, denn bis heute fanden unsere Schulungen immer in persona statt. Aber muss das in allen Fällen so sein? Wir finden nicht. Wir kümmern uns für die anstehenden Termine um die nötige Infrastruktur, so dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von einem Ort ihrer Wahl teilnehmen können. Auch unsere Trainings für die Softwarearchitekturausbildung nach iSAQB werden wir versuchen, remote durchzuführen, wann immer es Sinn ergibt. Unsere Trainerinnen und Trainer testen bereits, wie sich das effektiv umsetzen lässt. iSAQB schreibt den Teilnehmenden die Credits selbstverständlich auch für Remote-Teilnahmen gut. Wir werden in einem späteren Blog-Post über unsere Erfahrungen mit Remote-Trainings berichten.

Wo auch immer es noch haken sollte, werden wir in der kommenden Zeit versuchen, eine pragmatische Lösung für unsere Kunden und uns zu finden.

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