Ist das Kunst oder kann das weg? Agile Werte in der postagilen Zeit
Agile Methoden haben ein Imageproblem. In Zeiten von Krisen, Disruption und wachsendem Kontrollbedürfnis ziehen sich viele Organisationen auf klassische Strukturen zurück – agile Transformationen werden gestoppt, Scrum-Teams aufgelöst, Planbarkeit zum neuen Ideal erklärt. Die Ernüchterung ist spürbar: War das alles nur ein Hype?
In diesem Vortrag zeigen wir, dass agile Werte jenseits von Methoden und Prozessen relevanter sind als je zuvor. Ausgehend von einer klaren Abgrenzung zwischen Werten und Prinzipien wird ein agiler Wertekanon hergeleitet – jenseits des Agilen Manifests, gespeist aus XP, Scrum und Lean. Wir zeigen auf der Basis aktueller Forschungsergebnisse, dass Menschen, die nach diesen Werten handeln, nachweislich resilienter, anpassungsfähiger und entscheidungssicherer sind. Gerade in der VUCA-Welt sind das keine Nice-to-haves, sondern Kernkompetenzen.
Die Zuhörenden nehmen aus diesem Vortrag konkrete Orientierung mit: Sie verstehen, warum agile Werte auch dann wirksam sind, wenn klassische agile Methoden im eigenen Umfeld nicht durchsetzbar sind. Sie erhalten ein einfaches, anschlussfähiges Wertemodell, das sie unmittelbar in ihrer täglichen Arbeit anwenden können – unabhängig davon, ob ihr Umfeld agil aufgestellt ist oder nicht. Und sie gewinnen eine Haltung, die ihnen hilft, auch in hierarchischen oder widerständigen Kontexten als Brückenbauer zu wirken: mit Respekt für die Nöte der Menschen, mit klarer Wertorientierung als Kompass und mit der Offenheit, agiles Denken dort einzubringen, wo es gebraucht wird – ohne Dogma, ohne Konfrontation.
- Date
- 2026-09-24
- Time
- 16:20 - 17:20
- Conference / Event
- BED Con
- Venue
- FU Berlin, Berlin