Podcast

50 Tipps

RatschlÀge zu Software, Zusammenarbeit und Druckkaramellisierung

Nach 5 Jahren mit 33 Sprechern und 4 Moderatoren haben wir uns fĂŒr die 50. Folge etwas besonderes ĂŒberlegt: Wir haben die gesamte Firma in die Pflicht genommen und insgesamt 50 unterschiedlichste Tipps und RatschlĂ€ge von Kolleginnen und Kollegen zu Frameworks, Bewerbungen, persönlicher Weiterbildung und kulinarischen Kniffen gesammelt. Wir hoffen, dass fĂŒr unsere Zuhörerinnen und Zuhörer wertvolle Erkenntnisse dabei sind und freuen uns auf weitere 50 Folgen.

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Transkript

Lucas Dohmen: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des INNOQ-Podcast. Heute habe ich nicht einen oder zwei GĂ€ste, sondern direkt ganz, ganz viele. Weil dies die 50. Folge des INNOQ-Podcasts ist und wir uns dafĂŒr etwas Besonderes ĂŒberlegt haben. Wir haben ganz viele INNOQler gefragt nach besonderen Tipps, irgendwelchen Ideen, die sie gerne mit euch teilen wollen und in dieser Folge werdet ihr all diese hören. Viel Spaß damit!

Michael Plöd: Hallo, ich bin Michael Plöd und mein Tipp ist: Liebe Entwickler, Technik ist wichtig, Technik ist total spannend, aber es ist irgendwie nicht alles, schaut auch mal ein bisschen auf die Fachlichkeit, lest mal ein paar fachliche BĂŒcher oder beschĂ€ftigt euch mit Sachen wie PrĂ€sentationstechniken oder Ähnlichem.

Aminata Sidibe: Hallo, mein Name ist Aminata und mein Tipp wĂ€re auf jeden Fall, immer irgendwo Sinn in der Sache zu sehen, und wenn man diesen Sinn nicht sieht, ihn vielleicht zu finden. Man sollte die Welt, glaube ich, mit dem, was man entwickelt oder designed oder mit der Architektur, die man baut, versuchen, immer ein StĂŒckchen besser zu machen und das wĂ€re so ein bisschen mein Tipp an alle, die loslegen wollen.

Jochen Christ: Hallo, ich bin Jochen und mein Tipp an euch ist: Besucht Meetups! Meetups sind großartig, um neue Leute kennenzulernen und ihr könnt völlig kostenlos neue Dinge lernen und spannende Technologien ausprobieren. Schaut doch einfach mal, was es so gibt auf [meetup.com].

Sebastian Janzen: Hallo, ich bin Sebastian und möchte folgenden Tipp loswerden: Wenn man fĂŒr eine Java-Anwendung Metriken erfasst und dafĂŒr zufĂ€llig Spring Boot 2 und Microservices einsetzt, hat man einen interessanten Vorteil dadurch, dass die Services ĂŒber HTTP untereinander sprechen, werden Requests aus REST-Templates automatisch erfasst. Somit werden zum Beispiel Latenzen, die da auftreten können, durch die Anzahl der Anfragen usw., und einen ganzen Haufen an Metriken, automatisch erfasst, ohne dass man eine Zeile Code Ă€ndern muss.

Robert Glaser: Hi, ich bin Robert. Ich habe nichts Technisches als Tipp, aber etwas, das mein Leben bereichert hat. Tipp von mir ist, sich unbedingt Microplane-Reiben fĂŒr die KĂŒche zu gönnen. Das sind quasi Reiben in verschiedenen Formaten fĂŒr KĂ€se, GemĂŒse und was man auch immer so reiben kann, aber gefertigt in den USA und lasergeschnitten. Das heißt, du legst ein StĂŒck Parmesan drauf und schiebst es nur mit einem Finger und heraus rieselt ein Berg von KĂ€seschnee. Das ist schon eine Erfahrung, die man sich mal gönnen sollte fĂŒr die KĂŒche, die sind auch nicht wirklich teuer und sind auch in der SternekĂŒche zu finden. Und deswegen einfach mal ein paar Reiben fĂŒr zu Hause kaufen.

Gernot Starke: Hallo, ich bin Gernot, ich wollte euch den Tipp geben: Wenn ihr an IT-Systemen arbeitet, grundsĂ€tzlich immer den Kontext, das heißt das Umfeld, die Umsysteme, die externen Schnittstellen, die Nachbarn dieser Systeme zu kennen, sowohl technisch, wie auch organisatorisch oder sagen wir mal die Benutzerrollen, die dazu gehören. Den Tipp möchte ich euch deswegen geben, weil ganz schlimme Probleme aus diesem Kontext resultieren, die wir normalerweise nicht mit besserer Technik im Inneren lösen können, sondern die wir irgendwie auch organisatorisch angehen mĂŒssen. Und da das in meinem ganz langen Berufsleben immer ganz oft vorgekommen ist, finde ich das wichtig.

Anonym: Du hast zwei Ohren und einen Mund, nutze sie in diesem VerhÀltnis.

Ute Mayer: Hallo, ich bin Ute und mein Tipp hat etwas mit unserer sitzenden TĂ€tigkeit zu tun. Softwareentwickler sind ja meistens SchreibtischtĂ€ter, aber es ist sehr, sehr wichtig, trotzdem dafĂŒr zu sorgen, dass unser Körper genauso fit ist wie unser Geist, den wir ja regelmĂ€ĂŸig mit Input fĂŒttern. Deswegen sorgt dafĂŒr, dass ihr ausreichend Schlaf bekommt, dass ihr euch gesund ernĂ€hrt und ausreichend trinkt und euch jeden Tag fĂŒr eine gewisse Zeit an der frischen Luft bewegt. Und dann werdet ihr merken, dass es euch sehr viel besser geht und ihr auch viel fitter und leistungsfĂ€higer seid.

Stefan Tilkov: Hallo, ich bin Stefan. Mein Tipp ist, sich nicht immer nur mit dem neusten, heißen Scheiß zu beschĂ€ftigen, sondern auch mal ein paar Ă€ltere Dinge anzugucken. Mein Lieblingsbeispiel ist das Paper von David Parnas zum Geheimnisprinzip, zur Modularisierung. Das ist, glaube ich, von 1972 oder so und ist eine tolle EinfĂŒhrung in das Design von Microservices. Ich finde es ganz spannend, wieviel man lernen kann, wenn man sich mit relationalen Datenbanken beschĂ€ftigt, wenn man, obwohl die total uncool sind, sich mal wirklich genauer damit auseinandersetzt; ich finde es ganz spannend ein paar alte GrundsĂ€tze zu Netzwerk-Kommunikation, also die berĂŒhmten 8 fallacies oder so, mal anzuschauen. Solche Dinge, die zum Teil zwanzig, dreißig Jahre alt sind, sind nicht automatisch falsch, nur weil sie alt sind. Ich bin ein alter Mann, ich muss das sagen.

Benjamin Wolf: Hi, ich bin Ben und ich möchte einen Tipp zu Bewerbungen abgeben. Und zwar ging es mir öfter so, dass ich mich nicht getraut habe, mich bei Firmen zu bewerben, weil ich mir gedacht habe: Oh, ich bin nicht gut genug, die sind ja alle viel besser, ich lasse es einfach. Letztlich ist es aber so, dass eine Firma nicht irgendwie so eine Magier-Gilde ist, wo ganz besondere Zauberer sind, die da ihre Magie wirken, sondern es sind auch einfach nur Menschen, die mit Wasser kochen. Das heißt, die sind vielleicht ein bisschen besser als ich, aber ich kann auf alle FĂ€lle mitspielen. Und das Schöne ist: Ich habe ĂŒberhaupt nichts zu verlieren. Klar, ich bewerbe mich, im schlimmsten Fall bekomme ich eine Absage, okay, damit habe ich nichts verloren. Falls ich genommen werden und ich komme vielleicht ins BewerbungsgesprĂ€ch, dann lerne ich da: Wie laufen BewerbungsgesprĂ€che ab, was sind so mögliche Fragen, die kommen können und ich bin auf alle FĂ€lle eine Erfahrung reicher. Und, falls es dann ganz gut ausgeht, habe ich eine neue Stelle, habe neue Kontakte, einen neuen Job und kann glĂŒcklich sein und Spaß haben. Deswegen: Keine Angst haben, einfach bewerben, ihr könnt nichts verlieren.

Daniel Bornkessel: Mein Name ist Daniel Bornkessel und mein Tipp ist: Jenkins ist nie die richtige Antwort.

Felix Schumacher: Hallo, ich bin Felix und mein Tipp ist: Such dir einen Mentor.

Franziska Dessart: Hi, ich bin Franzi und mein Tipp fĂŒr euch ist: Traut euch mehr zu! Wenn ihr jetzt aber glaubt, dass ihr noch viel zu wenig wisst oder könnt, dann kann ich euch nur sagen: Das GefĂŒhl wird leider nie aufhören und ihr seid da aber in ziemlich guter Gesellschaft. Wahrscheinlich geht es uns allen so und je mehr man weiß, desto bewusster wird einem, was man alles nicht weiß. Softwareentwicklung ist ein ziemlich weites Feld, wir kochen aber alle nur mit Wasser und man kann einfach nicht alles wissen. Was ihr aber machen könnt: Redet darĂŒber. Denn es zuzugeben ist der erste Schritt, um erstens gesagt zu bekommen, dass es ja alles gar nicht stimmt, dass ihr keine Ahnung habt, und zweitens, um sich dann bei den anderen abzuschauen, was die so alles können und wissen.

Stefan Tilkov: Hallo, mein Name ist Stefan Tilkov, mein Tipp ist: Traut euch was! Es ist zum wahnsinnig werden in manchen Projekten, wenn man sieht, wie lange Leute evaluieren und bewerten und darĂŒber nachdenken, was man denn tun wĂŒrde, wenn man etwas tun wĂŒrde und dabei ganz vergessen, dass man es irgendwann auch mal tun muss. Vielleicht ist es viel hĂ€ufiger eine gute Entscheidung, einfach mal etwas auszuprobieren, etwas hinzustellen, das man sich dann ansieht; und damit meine ich nicht nur allgemeine Dinge, die irgendwie mit agiler Softwareentwicklung, MVPs und Ähnlichem zu tun haben, sondern durchaus auch einfach mal ein technischer Prototyp, der vielleicht irgendein Framework, irgendeine technische Entscheidung, irgendeine Architekturentscheidung bewertet, den man einfach mal baut, anstatt immer nur darĂŒber zu reden.

Sebastian Janzen: Hallo, ich bin Sebastian und möchte einen Tipp loswerden: Dass man sich immer seiner Verantwortung als Entwickler bewusst sein sollte und natĂŒrlich angemessen handeln sollte. Ein Klempner wĂŒrde zum Beispiel auch keine Wasserleitung direkt an eine Abwasserleitung anschließen, nur weil der Kunde das gerade toll findet oder er schon fĂŒnf Nachbarn gesehen hat, die das gerade genauso machen. Genauso setzt man Technologien ein, die den Kunden und sein Ziel unterstĂŒtzen und nicht, weil sie gerade cool sind.

Christoph Iserlohn: Hallo, ich heiße Christoph Iserlohn und mein Tipp ist: Wenn man eine Sache richtig verstehen will, dann sollte man sie mal selbst bauen. Mir hat das sehr geholfen, ich habe damit zum Beispiel Dependency Injection, Block Chains oder auch neuronale Netze sehr gut verstanden, indem ich sie einfach selbst gebaut habe. Und im Besonderen hilft das weiter, wenn mal etwas nicht so lĂ€uft, dann steht man nicht wie der Ochs' vorm Berg, sondern weiß, wie es innen funktioniert, und kann da richtig an die Problemlösung herangehen.

Robert Glaser: Ich habe noch etwas gelernt in den letzten Jahren zum Thema Kochen und zwar: Es gibt so ein Prinzip, das ich am Anfang nie verstanden habe und man lernt das erst irgendwie durch einfach ganz viel Praxis und Übung. Es ist vielleicht auch fĂŒr technische Personen sehr interessant, weil es einfach eine technische TĂ€tigkeit ist, die auch physikalisch erklĂ€rbar ist, nĂ€mlich das Prinzip von Dehydrierung und Rehydrierung. Wenn du zum Beispiel eine Tomatensoße machst, dann gehst du ja naiv hin und nimmst ein paar gute Dosentomaten, hoffentlich gute Dosentomaten, tust die in die Pfanne, bisschen GemĂŒse dazu, erwĂ€rmst die, lĂ€sst sie ein bisschen blubbern und tust dann die Pastasoße dazu. Falsch. Das musste ich auch erstmal mĂŒhsam lernen, man muss die nach dem der Prinzip Reduktion wirklich richtig runterkochen, bis nur noch ein fester Brei ĂŒbrig ist, das ist dann die Dehydrierung. Und dann machst du die Rehydrierung. Den extrem geschmackvoll intensiven ReduktionsĂŒberrest reicherst du quasi wieder mit FlĂŒssigkeit an, damit die Soße sich besser an die Nudeln heftet, aber dadurch, dass du sie vorher so reduziert hast, hast du wirklich den Geschmack extrem konzentriert. Und wenn du das Pasta-Kochwasser nimmst, wo sehr viel StĂ€rke drin ist, und die dann da in das reduzierte Etwas ĂŒberfĂŒhrst und dann wieder ein bisschen rehydrierst, dann hast du eine perfekt sĂ€mige Soße, die sehr gut an den Nudeln haftet und auch sehr intensiv schmeckt. Aber wie bei allem ist es halt nicht nur die Technik, sondern auch Produkte, deswegen gilt auch da so ein bisschen ‚Shit in, shit out‘. Wenn du schlechte Produkte verwendest, schmeckt es am Ende dann doch nicht.

Eberhard Wolff: Hallo, ich bin Eberhard und mein Tipp ist, die Originale zu lesen und den Dingen auf den Grund zu gehen. Die Motivation fĂŒr mich ist, ich habe vor einiger Zeit „The Leprechauns of Software Engineering“ von Laurent Bossavit. Das interessante ist dabei, dass einige Dinge, die wir als gegeben hinnehmen, dass zum Beispiel gute Entwickler zehnmal so produktiv sind wie schlechte Entwickler, einfach so nicht stimmen und eigentlich nur Mythen sind. Das gilt zum Beispiel auch fĂŒr das Wasserfallvorgehen. Ein anderes Beispiel ist Domain Driven Design. Das ist mittlerweile 15 Jahre alt, aber den Impact auf große Projekte, das strategic design, das entdecken wir jetzt eigentlich gerade erst bei Microservices. Und hĂ€tten wir das schon damals gewusst, wĂŒrden wir grĂ¶ĂŸere Projekte ganz anders angehen, wegen Domain Driven Design und wir hĂ€tten auch nicht mehr diese Diskussion, ob man eigentlich AgilitĂ€t machen soll und wie das funktioniert, weil wir wĂŒssten, dass eben Wasserfall und die Erfolge davon und wo das ĂŒberhaupt alles herkommt eigentlich ein großer Mythos ist. Ich glaube halt, dass unsere Industrie eigentlich gar nicht so schnelllebig ist, wie wir immer denken, sondern das große Problem ist, das wir zwar das Wissen haben, aber das Wissen sich nicht verbreitet. Und da glaube ich, ist es wichtig, Originale zu lesen, den Sachen auf den Grund zu gehen.

Goran Vukovic: Hallo, mein Name ist Goran und mein Tipp an euch ist: Kommt niemals unvorbereitet zu einem Interview.

Marc Giersch: Ja, hallo, ich bin Marc und mein Ratschlag an euch wĂ€re auf jeden Fall: Benutzt keine proprietĂ€re Software, sondern benutzt freie Software und verschlĂŒsselt eure E-Mails.

Michael Vitz: Hallo, ich bin Michael und wenn ihr Open Source Software einsetzt, dann solltet ihr auch mal darĂŒber nachdenken, vielleicht etwas zurĂŒckzugeben, indem ihr Issues aufmacht oder Pull-Requests stellt oder sonstwie partizipiert.

Hartmut Wilms: Hallo, mein Name ist Hartmut Wilms und ich beschĂ€ftige mich unter anderem mit User Experience Design, vor allem im Bereich mobile development. Und in vielen Projekten habe ich mitbekommen, dass ganz viel Zeit und Geld investiert wird, um User zu befragen, was sie denn von den Designs halten und was sie eben nicht davon halten. In vielen FĂ€llen stellt sich dann aber heraus, dass User gar nicht wirklich wissen und sagen können, was sie nachher tun, und man die wirklichen Ergebnisse erst bekommt, wenn die User tatsĂ€chlich auch in ihrem eigenen Kontext die App benutzen, und dann eben festgestellt werden kann: War es ein gutes Design, war es ein schlechtes Design oder was könnte ich unter UmstĂ€nden eben verbessern? Deshalb einfach mein Tipp: Nicht zu viel investieren, um vorab möglichst ein perfektes User-Design hinzubekommen, sondern eher ein best guess zu nehmen, dann mit dem MVP herauszukommen und mit User Tracking wirklich zu erfahren, was machen meine User, was tun sie, was tun sie nicht? Habe ich vielleicht irgendeinen Pfad, den ich sehr wichtig finde, gar nicht richtig berĂŒcksichtigt? Das bekomme ich alles durch User Tracking heraus. Firebase zum Beispiel wĂ€re da eine Möglichkeit, das zu nutzen und dann im Nachhinein eben zu sagen, fĂŒr die nĂ€chste Version zugegebenerweise, dann dieses zu analysieren, die Ergebnisse zu interpretieren und dann entsprechend das Design anzupassen.

Stefan Tilkov: Hallo, mein Name ist Stefan Tilkov. Mein Tipp wĂ€re, sich auf keinen Fall von Heldenverehrung blenden zu lassen. Es gibt nichts Schlimmeres, als nur, einfach weil irgendjemand auf einer Konferenz etwas erzĂ€hlt oder vielleicht zu irgendetwas mal einen Artikel geschrieben hat, zu glauben, nur weil jemand so etwas tut, hĂ€tte er – oder leider viel seltener sie – die Wahrheit mit Löffeln gefressen und wĂŒrde immer richtig liegen. Das ist ĂŒberhaupt nicht der Fall, wir kochen alle nur mit Wasser, und das gilt eben auch fĂŒr populĂ€re Sprecher, und deswegen sollte man auch deren Aussagen immer mit gehöriger Vorsicht genießen.

Thorsten Kleinhenz: Ja, hi, ich bin Torsten und mein Tipp an euch ist eigentlich nur: Macht das, was euch Spaß macht, dann seid ihr auch eigentlich automatisch gut in dem, was ihr tut.

Sebastian Janzen: Ich bin Sebastian und möchte einen Tipp fĂŒr mehr ProduktivitĂ€t loswerden: Wenn du Windows fĂŒr seine ZuverlĂ€ssigkeit und stabiles UI schĂ€tzt, dich aber eingesperrt und ohnmĂ€chtig fĂŒhlst und dich deswegen dann zur Linux-Seite hingezogen fĂŒhlst, das aber zu viel Gefummel ist und Basisprobleme auftreten, dann wĂ€re der Mac genau das richtige: Du hast eine stabile UI, du hast verlĂ€ssliche Tools, keine Treiber, hohe WertstabilitĂ€t und trotzdem viel Freiraum und eine echte Bash. Und das rechnet sich schneller, als man denkt.

Henning Nobbe: Hallo, ich bin Henning. Mein Tipp ist, lass dich nicht zu sehr davon beeindrucken, wenn jemand Fachchinesisch redet, von dem du erst einmal nichts verstehst, mit der Zeit fĂŒgt sich das.

Philipp Beyerlein: Hallo, mein Name ist Philipp. Kubernetes auf AWS zu betreiben, ist extrem teuer. Man sollte sich bei AWS die anderen Dienste anschauen, denn diese sind billiger und das Problem ist oft schon gelöst.

Ute Mayer: Hallo, hier ist nochmal Ute und hier kommt mein zweiter Tipp: Engagiert euch doch in eurer Freizeit mal als Coach fĂŒr ProgrammieranfĂ€nger und -anfĂ€ngerinnen. Da gibt es ganz viele tolle Initiativen, zum Beispiel das CoderDojo, das Kindern programmieren beibringt, oder die Rails Girls, die Frauen programmieren beibringen. Das sorgt nĂ€mlich dafĂŒr, dass ihr euch mit dem Urschleim noch mal beschĂ€ftigen mĂŒsst, wenn auf einmal jemand, der total ahnungslos ist, euch Fragen darĂŒber stellt, was eigentlich dieser Terminal ist und wozu der gut ist und was der eigentlich macht und man ĂŒber solche Dinge noch mal nachdenken muss und dann auch ganz neue Einsichten bekommt. Und zum anderen wird es euch selbst auch weiterbringen, weil ihr lernt, anderen Menschen Dinge zu erklĂ€ren mit einfachen Worten und nicht mit unserem Bullshit-Bingo, das wir manchmal spielen. Und wenn ihr merkt, wieviel Spaß dann eure Teilnehmer haben.

Roger Heggli: Also, Roger Heggli aus der Schweiz und mein Tipp ist: Podcast hören, unbedingt! Super spannend!

Michel KrĂ€mer: Hallo, ich bin der Michel und ich habe folgenden Tipp fĂŒr euch: Optimieren macht erst richtig Sinn, wenn ihr genau wisst, auf was ihr optimieren wollt und mĂŒsst.

Philipp Haußleiter: Hallo, mein Name ist Philipp und mein Tipp ist: Habe den Mut, Fehler zu machen.

Holger Kraus: Mein Name ist Holger und mein Tipp ist der folgende: Wenn man in einem Projekt arbeitet, ist es aus meiner Sicht sehr wichtig, dass man sich auch ein persönliches Projektziel setzt. Das heißt, es sollte zwar dem Projektziel irgendwie dienen, aber es muss nicht deckungsgleich sein. Das heißt, ich möchte mich im Rahmen dieses Projekts mit der Technologie besser auskennen am Ende oder ich möchte mich im Bereich Projektmanagement verbessern oder so, keine Ahnung. Denn aus meiner Sicht hilft das auch einfach, die Motivation aufrecht zu erhalten, wenn ich selbst weiß, warum ich das tue, und nicht nur von anderen gesagt bekomme, was ich zu tun habe, und es hilft mir auch, meine Rolle im Projekt zu finden. Ich versuche das eigentlich in jedem Projekt fĂŒr mich so zu definieren.

Sonja Heinen: Ich bin Sonja und mein Tipp wĂ€re, genieß' das Leben in vollen ZĂŒgen.

Jan StępieƄ: Hey, ich bin Jan. Was ich sehr wertvoll finde, sind die property based-Tests. Das ist auch als generative testing oder einfach als quick check bekannt. Das ist eine interessante Methode, um unsere Tests durch Eigenschaften zu ersetzen. Und damit können wir beliebige Wörter aus unserer DomĂ€ne generieren, um dann mit diesen Werten verschiedenste edge cases unserer DomĂ€ne zu prĂŒfen, um am Ende kleinste, minimierte Beispiele zu bekommen, die zeigen, wo, wie unsere Erwartungen nicht unseren Eigenschaften zustimmen. Das finde ich sehr wertvoll. Das kommt aus der funktionalen Welt, aber es funktioniert in jeder Programmiersprache. Ich empfehle das Verfahren herzlich.

Lucas Dohmen: Hallo, ich bin Lucas und mein Tipp ist: BeschĂ€ftigt euch mit den Grundlagen. Wenn ihr viel programmiert, dann ist es leicht, sich in sein Framework zu stĂŒrzen und seine Programmiersprache und da alles super zu kennen. Aber es macht auch total Sinn, sich mit Grundlagen zu beschĂ€ftigen wie HTTP, HTML, Sockets, Threads, Prozesse. Wie funktionieren diese ganzen Sachen und wie spielen sie zusammen? Denn dann kann man viele Sachen besser lösen. Und deswegen - ihr mĂŒsst nicht unbedingt, wenn ihr anfangt, direkt alle Grundlagen verstehen, manchmal macht es auch Sinn, dass man erst mal dieses Web-Framework lernt und da seine erste Webseite baut. Aber an irgendeinem Punkt, solltet ihr einfach mal ein paar Ebenen herunter schauen: Wie funktioniert mein Web-Framework oder wie funktioniert ĂŒberhaupt HTTP, damit ihr das alles versteht, weil ihr nur so performante und gute Anwendungen bauen könnt, und wenn irgendetwas schief geht, dann auch gut debuggen könnt.

Sebastian Janzen: Ich bin Sebastian und mein Tipp fĂŒr den Berateralltag ist die iOS-App „Geofency“. Dort kann man mehrere Standorte, an denen man sich hĂ€ufiger aufhĂ€lt, bei einem Kunden zum Beispiel, aufzeichnen lassen. Und die App sieht zwar nicht danach aus, aber hat eine ganze Menge Funktionen: Man kann zum Beispiel zusammenrechnen lassen, wie viele Stunden und Minuten man am gesamten Tag an der Stelle war und beispielsweise eine Mittagspause rausrechnen lassen, die kann man automatisch rausrechnen lassen. Oder man kann eine Info bekommen, wenn man insgesamt lĂ€nger als acht Stunden an dem Standort ist und Webhooks gibt es auch noch. Dabei wird auch nicht merklich mehr Strom verbraucht. Excel-Exports sind auch drin und fĂŒr die Experten werden sogar iBeacons unterstĂŒtzt, die man mit ein paar Zeilen Code und einem ISP-32-Microcontroller fĂŒr vier Euro selbst zusammenbauen kann. Ich habe zum Beispiel einen im Auto liegen.

John-Paul Bader: Hallo, mein Name ist John-Paul Bader und mein Tipp lautet: Keep it simple.

Jörg MĂŒller: Hallo, mein Name ist Jörg. Ich möchte einen Tipp der Grundschullehrerin meines Sohns weitergeben. Sie sagt ihren Kindern immer, fast jedes Problem ist ein Kommunikationsproblem und das kann ich aus meiner Erfahrung nur bestĂ€tigen.

Stefan Tilkov: Hallo, Stefan Tilkov ist mein Name. Mein Tipp wĂ€re, sich nicht gegen Dinge zu wehren, von denen man zu wissen glaubt, dass sie nichts taugen. Dabei kann sich jeder ĂŒberlegen, was er oder sie am wenigsten mag. Vielleicht ist es PHP oder JavaScript oder allgemein schwach dynamisch typisierte Sprachen oder vielleicht sind es Enterprise-Sprachen wie Java oder barocke Dinge wie Scala. Wer so etwas denkt und wer so etwas von vornherein gleich ausschließt, versperrt sich unter UmstĂ€nden selbst den Blick darauf, dass auch in anderen Technologien, in anderen Umfeldern spannende Dinge passieren. Und ich wĂŒrde deswegen dringend dazu raten, ab und zu mal etwas anderes auszuprobieren als das, womit man sich stĂ€ndig beschĂ€ftigt, vielleicht gerade das, wo man besonders skeptisch ist, und offenen Auges versuchen, darin das Gute zu entdecken. Und selbst wenn man danach immer noch der Meinung ist, dass es sich dabei um Schrott handelt, ob es jetzt eine Programmiersprache, eine Datenbank, ein Framework oder sonst irgendetwas ist, hat man das dann danach zumindest mit mehr Kompetenz im Portfolio und kann deutlich intelligenter mitreden.

Simon Harrer: Servus. Ich bin der Simon und mein Tipp ist: Wir sind Problemlöser, das heißt, wir implementieren Lösungen zu Problemen und meistens fokussieren wir uns auf die Lösungen, reden ĂŒber die Lösungen, schreiben ĂŒber die Lösungen und versuchen, die Lösungen möglichst gut zu machen. Und dabei vergessen wir hĂ€ufig, uns mehr auf das Problem zu konzentrieren und damit eigentlich eine noch bessere Lösung zu bekommen. Also, wir sollten mehr ĂŒber Probleme reden, schreiben, sprechen usw.

Jennifer Knorre: Hallo, ich bin Jenni und mein Tipp bezieht sich auf Open Space Events. Wichtig ist, vorab zu wissen, wieviele RĂ€ume im Hotel reserviert werden mĂŒssen und was in der Vergangenheit bei uns auch immer gut war, dass wir vorab im Wiki eine Übersicht hatten, wer was vortragen möchte beim Open Space und wer daran interessiert ist. Das gibt uns dann die Möglichkeit, dass wir das vorab besser koordinieren können, wie groß die RĂ€ume sein mĂŒssen und ob die RĂ€ume spezielles Equipment aufweisen mĂŒssen, sprich einen zusĂ€tzlichen Beamer oder ob eine spezielle Sitzordnung eingehalten werden muss. Das sollte im Vorfeld auf jeden Fall abgeklĂ€rt werden.

Martin Weck: Hallo, ich bin Martin. Probiert doch mal Qubes OS aus. Das ist ein Betriebssystem, das sehr sicher ist und auf virtuellen Maschinen basiert. [www.qubes-os.org].

Lucas Dohmen: Hallo, Lucas nochmal. Ich habe noch einen zweiten Tipp: Hört auf, Mauern zu bauen. In der IT gibt es immer wieder irgendwelche Bewegungen, die das fĂŒr einzelne Mauern vorschlagen, wie zum Beispiel DevOps: Hört auf, eine Mauer zwischen Entwickler und Operators zu bauen, sondern arbeitet zusammen. Ich finde nicht, dass wir fĂŒr jede zwei Gruppen eine Bewegung brauchen, wir sollten im Allgemeinen einfach aufhören mit diesen Mauern, sondern miteinander reden und zusammenarbeiten. Crossfunktionale Teams werden immer ein besseres Ergebnis liefern als einzelne Abteilungen, die einer Aufgabe nachgehen und die sich dauernd absprechen mĂŒssen, die dann ĂŒber die Mauer hinweg böse SprĂŒche ĂŒber die anderen bringen. Arbeitet einfach zusammen, dann wird das Produkt besser.

Michael Vitz: Hallo, ich bin Michael und was ich noch als Tipp mitgeben möchte, ist: Sucht euch einen Mentor, wenn ihr anfangt zu entwickeln. Es hilft immer, wenn noch mal jemand ĂŒber euren Code drĂŒber schaut und euch Hilfestellungen gibt, weil man viele Dinge nun einmal nicht weiß, wenn man anfĂ€ngt.

Michael Simons: Hi, mein Name ist Michael und mein Tipp fĂŒr euch ist, dass ihr euch etwas suchen sollt, was euch außerhalb eurer Arbeit definiert. Wir machen alle tolle Sachen am Computer, mit Software, mit Technologie, aber es ist nicht das, was uns im Kern ausmacht. Wir haben viele Facetten und es ist wichtig, auch einen Ausgleich neben der Arbeit zu haben.

Sebastian Janzen: Ich bin Sebastian und mein Tipp fĂŒr den Berateralltag ist die iOS-App „Jahresurlaub“. Mit der kann man super seinen Urlaub fĂŒr das Jahr planen. Die App kennt alle Feiertage der BundeslĂ€nder und schlĂ€gt zum Beispiel BrĂŒckentage vor, verwaltet den Resturlaub, Gleitzeit ist möglich usw. Und damit man auch daran denkt, nicht zu arbeiten, können auch die entsprechenden Urlaubstermine in den Kalender ĂŒbernommen werden.

Robert Glaser:: Ein weiteres tolles Thema, das ich gelernt habe, ist das Thema „Schnellkochtopf“ bzw. „Dampfdrucktopf“. Das hat vielleicht von frĂŒher so ein bisschen ein schlechtes Image, völlig zu unrecht, weil Leute den einfach falsch benutzt haben. Man kennt das vielleicht, viele haben auch Respekt davor, unnötigerweise. Man hat quasi einen geschlossenen Topf mit einem Dichtungsring und dadurch, dass man quasi den Sauerstoff durch ein Ventil nach außen abkocht, entschwindet halt jeglicher Sauerstoff und der Topf steht dann beim Kochen unter einem sogenannten Überdruck. Und dadurch, dass ein Überdruck herrscht und kein Sauerstoff mehr, erzielst du quasi den Effekt, wie wenn du auf einem sehr hohen Berg auf einem Feuer kochst: Du kannst nĂ€mlich eine höhere Wassertemperatur als 100 Grad erreichen, nĂ€mlich ungefĂ€hr 120, 125 Grad. Und dadurch brauchst du sehr viel weniger Zeit, um Sachen zu garen. Das klingt jetzt erst mal langweilig, denn Zeit hat man beim Kochen eigentlich typischerweise. Viel interessanter ist der Effekt nicht des Zeitsparens, deswegen nenne ich das Ding auch gar nicht so gerne „Schnellkochtopf“, sondern eher „Dampfdrucktopf“, sondern das Prinzip der Druckkaramellisierung. Denn wenn du diesen Unterdruck erzeugst, kannst du, wenn du zum Beispiel Zwiebeln darin machst oder irgendetwas anderes, ein Fleischgericht, kannst du viel krassere Karamellaromen erzeugen, die unter diesem Überdruck und der erhöhten Temperatur stattfinden, und sehr geschmackvolle Sachen machen. Und - im Gegensatz zum normalen Eintopfkochen - geht nichts der Aromen in die Luft ab. Also, wenn du zum Beispiel ein Gulasch machst oder eine Bolognese-Soße, dann kochst du die ja ĂŒber Stunden und Stunden auf niedriger Temperatur. Was du aber machst, ist, du gibst die ganze FlĂŒssigkeit in die Luft ab und an der FlĂŒssigkeit hĂ€ngt halt auch Geschmack. Das hast du in einem Schnellkochtopf nicht. Deswegen kannst du da sehr intensive Aromen erzeugen und auch schonend garen. Was man im Gegensatz zum Tipp vorher beachten muss, man kann nicht reduzieren, da eben nichts entweicht. Deswegen, wenn man reduzieren will, mĂŒsste man das nach der Garung dann noch machen. Aber auch eine gute Sache, nutze ich sehr gerne.

Joy Heron: Hallo, mein Name ist Joy Clark und mein Tipp ist, dass man keine Technologie auswÀhlen soll, bevor man herausgefunden hat, welches Problem man löst.

Phillip Ghadir: Hallo, ich bin Phillip. Ich sollte hier einen Tipp abgeben fĂŒr Leute, die sich fĂŒr IT- und Softwareentwicklung interessieren. Mein Opa hat immer gesagt: Wenn du dich wirklich mit einer Sache beschĂ€ftigst, kommt der Spaß von alleine. Ich wĂŒrde euch empfehlen: Lest so viel es geht. FachbĂŒcher, technische BĂŒcher, programmiert viel, versucht ein GespĂŒr dafĂŒr zu bekommen, wann eine Lösung eine gute Idee ist, und in welchen FĂ€llen die gleiche Lösung vielleicht keine so gute Idee ist. Hört euren Kunden zu. Wenn ich Stuss rede, hört auf das, was ich meine, nicht auf das, was ich sage. Und ansonsten: Viel Erfolg im Leben.

Daniel Westheide: Hallo, mein Name ist Daniel Westheide. Ich bin Senior Consultant bei INNOQ und hier ist mein Tipp: Vielleicht gehörst du zu den Leuten, die sich nicht trauen, etwas auf einer Konferenz einzureichen oder auch auf einem Meetup zu sprechen, weil du glaubst, dass du nicht genug Expertise hast. Und alles, was du weißt, worĂŒber du sprechen könntest, ist total selbstverstĂ€ndlich und niemand wĂŒrde sich je dafĂŒr interessieren, darĂŒber einen Talk zu hören. Nun, meiner Erfahrung nach ist diese Annahme grundlegend falsch. Denn was fĂŒr dich jetzt vielleicht trivial und selbstverstĂ€ndlich ist, das ist anderen noch völlig neu. Und auf Konferenzen rennen eben nicht nur Experten herum, die ihr Thema noch weiter vertiefen wollen, sondern auch Leute, die in bestimmten Themen noch Neulinge sind. Also reiche doch einfach mal etwas ein, was du selbst total langweilig findest. Am besten erinnerst du dich daran, wie es war, als du noch nichts ĂŒber dieses Thema wusstest und stellst dir mal vor, was dir damals geholfen hĂ€tte, das Thema schneller und besser zu verstehen und schon hast du ein Proposal fĂŒr einen echt spannenden Talk.