Semantic Network Service (SNS)
Der Schwerpunkt von SNS liegt in der Bereitstellung von Services im Web, mit denen Informationssysteme ihre Funktionalität um semantische Methoden bereichern können, ohne diese selbst entwickeln zu müssen.
Fachlicher Hintergrund
SNS geht zurück auf ein vom Umweltbundesamt augeschriebenes Forschungsprojekt (2001-2003), das frührere Ansätze zur Thesaurus-basierten Indexierung vom Webseiten weiterentwickelte und als Web Service verfügbar machte. Projektleitung hatte damals bereits unser heutiger Principal Thomas Bandholtz. Seitdem wurde das Projektergebnis ständig weiterentwickelt, seit 04/2007 durch innoQ.
Das verwendete Vokabular setzt sich zusammen aus dem Umweltthesaurus (UMTHES) des Umweltbundesamtes, dem Geographischen Namensgut Deutschland (GN-DE) des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG), sowie einem eigenständig gepflegten "Umweltkalender" zur Hinterlegung der zeitlichen Dimension. Die extern gepflegten Anteile des Vokabulars werden laufend aktualisiert.
SNS organisiert das Vokabular in Form einer Topic Map (ISO/IEC 13250) mit vielfältigen Querbeziehungen (Assoziationen"), welche weit über die klassischen Thesaurus-Relationen hinausgehen.
Auf der Grundlage dieses Vokabulars werden mehrere Services angeboten.
- findTopics - Suche in der TopicMap
- findEvents - Suche auch mit Zeitangaben als Suchbedingung
- anniversary - Was geschah heute vor X Jahren?
- getHierarchy - Rückgabe der Thesaurus-Hierarchie von einem bestimmten Deskriptor aus
- similarTerms - ähnliche Begriffe zu einem übergebenen Suchwort
- autoClassify - automatische Verschlagwortung von Dokumenten
Diese Services sind seit 2003 in produktivem Betrieb und werden vom Umweltportalen auf Bundes- und Landesebene genutzt. Beispiele sind das Umweltportal Deutschland (PortalU) oder Baden-Württemberg (Umwelt-BW].
Architektur
Kernstück von SNS ist die Service-Engine, die über eine spezielle Persistenzschicht die Datenbankvariante kapselt. SNS wurde anfangs mit der XML Datenbank Tamino (SoftwareAG) betrieben, später wurden auch RDBMS (MySQL und Oracle) unterstützt. Die Engine nimmt die Requests entgegen, wendet die jeweilige Methode mit den Daten der Topic Map an und gibt den Response zurück.
Daneben gibt es eine eigene Weboberfläche zur Navigation durch das Vokabular. Diese ist selbst ein Client der angebotenen Services. Hier werden auch die Services beschrieben und ihr Aufruf aus einem Formular angeboten.
Für Redaktionsmitglieder ist die Oberfläche um Editierfunktionen erweitert. Hier ist seit 2011 ein neuer Thesaurus-Editor auf Basis des Open Source Thesaurus Management Tools iQvoc eingebunden. Im Rahmen der Linked Environment Data Initiative ist ab 2011 die schrittweise Umstellung der bisherigen SNS-Technologie auf eine Erweiterung von iQvoc in Arbeit. Damit werden auch die (SOAP)-Web Services auf REST umgestellt.
Verwendete Technologien
"Alt" (seit 2001)
- Topic Maps (ISO/IEC 13250)
- Java
- Web Services
- XML Datenbank Tamino / MySQL / Oracle
Neu (schrittweise Umstellung seit 2010)
- Resource Description Framework (RDF)
- Linked Data
- Ruby on Rails
- iQvoc
News
- 3. April 2012 Neues Schulungsangebot
- 28. März 2012 Quality-driven Software Architecture
Termine
- 24. Mai 2012 Unlearning OOP: How to design Clojure programs von Stefan Tilkov
- 6. Juni 2012 Stop flying blind. Profiling your App's Internals von Robert Glaser
Schulungen
- 12. Juni 2012 REST für die Praxis
- 25. Juni 2012 Mobile Web Development